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Teils massiv überlastete Server zum Schulstart – Kultusministerium äußert sich

Moodle kämpft zum Schulstart (Homeschooling) mit massiven Problemen. Auch E-Mail Server mancher Schulen sind nach unseren Informationen komplett überlastet. Von vielen Problemen wird sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Baden-Württemberg berichtet. Beide Länder nutzen die Plattform Moodle.

Offensichtlich ist die Serverinfrastruktur die hier dahinter steht, für die Anzahl der Anfragen nicht ausreichend… der deutschen IT-Sicherheitsexperte Felix von Leitner (Fefe) dazu in seinem Blog: “Tja, äh, damit konnte ja wohl auch niemand rechnen, dass am 1. Schultag eine gewisse Grundlast auf den Server aufschlägt. Auch die Anzahl der Schüler ist dem Kultusministerium offensichtlich nicht bekannt, sonst müsste man da ja nicht Server umziehen sondern hätte das gleich adäquat gehostet.” 

Nun äußert sich das Kultusministerium Baden-Württemberg zum Ausfall von Moodle in einer Presseerklärung:

Das Kultusministerium nimmt am heutigen Start des Fernunterrichts zum Lernmanagementsystem Moodle Stellung. Bei der überwiegenden Mehrheit der 4.500 Schulen im Land lief Moodle störungsfrei, leider gab es bei 200 Schulen Probleme. Das Kultusministerium und BelWü arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung.

Zum Start des Fernunterrichts heute Morgen haben das Kultusministerium mehrere Rückmeldungen erreicht, dass einige Moodle-Instanzen nicht erreichbar sind, das heißt verlangsamt beantwortet werden oder eine Fehlermeldung erzeugen. Dies führt zeitweise dazu, dass der Login fehlschlägt und sich die betroffenen Personen erneut anmelden müssen. BelWü als Moodle-Betreiber hat im technischen Monitoring 200 betroffene Schulen identifiziert und die jeweiligen Probleme identifiziert. In weiten Teilen Baden-Württembergs und bei der überwiegenden Mehrheit der Schulen funktioniert Moodle jedoch störungsfrei.

Das Überlastproblem haben das Kultusministerium und BelWü umgehend angepackt, indem die großen Moodle-Instanzen von ihren Servern auf neue Pufferkapazitäten ausgelagert werden. Für genau dieses Szenario einer erhöhten Belastung hat sich das Kultusministerium vorbereitet und gemeinsam mit BelWü die Pufferkapazität für Moodle um rund 50 Prozent zusätzlicher Rechenleistung erhöht, um bei einer Störung schnell reagieren zu können. Bei der aktuellen Störung muss nun festgestellt werden, welche Moodle-Instanzen konkret von der Überlast betroffen sind. Für diese Moodle-Instanzen werden nun die aktuell noch umfangreichen Pufferkapazitäten zugewiesen und die Instanzen auf entsprechend leistungsfähigere Server umgezogen. Die Probleme sollten im Laufe des Tages behoben werden. Das Kultusministerium analysiert mit BelWü den Bedarf weiterhin laufend. Auch heute Nacht sollen weitere Optimierungen vorgenommen werden. Den betroffenen Schulen und Nutzern steht ein Moodle-Support mit erweiterter Kapazität zur Verfügung. Darüber hinaus sind Anwenderfortbildungen auf Abruf verfügbar.

Aktuell nutzen etwa 600.000 Nutzerinnen und Nutzern und etwa die Hälfte aller Schulen die Lernplattform Moodle. Das Kultusministerium und das Landeshochschulnetz BelWü haben die Entwicklungen und Situationen in den anderen Ländern aufmerksam beobachtet und auf technisch-fachlicher Ebene mit den Ländern, die ebenfalls Moodle einsetzen, einen engen Austausch etabliert.

  • Seit März 2020 arbeitet das Kultusministerium gemeinsam mit dem Betreiber von Moodle, dem Landeshochschulnetz BelWü, daran, die Moodle-Prozesse stetig zu verbessern, um Rechenleistung und Arbeitsspeicher der einzelnen Server möglichst optimal auszutarieren. So wurden beispielsweise Updates vorgenommen, zusätzliche Plugins eingespielt oder auch Absicherungen gegen Hackerangriffe vorgenommen. Im März hat das Kultusministerium für alle Schulen neue Moodle-Installationen auf neuen, leistungsfähigeren Servern zur Verfügung gestellt, die Speicherkapazitäten erhöht und die Leistungsfähigkeit der Mailserver verbessert. Dafür hat das Land rund 2,25 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
  • Von Mai bis Dezember wurden Updates und Erweiterungen vorgenommen, um zusätzliche Funktionen freizuschalten und Schnittstellen zu anderen Systemen zu ermöglichen. Zudem wurde die Moodle-App für Schulen zur Verfügung gestellt, um mit mobilen Endgeräten komfortabler mit Moodle arbeiten zu können. Außerdem wurde die Bedienerfreundlichkeit der Plattform verbessert und diverse technische Optimierungen vorgenommen. Dafür hat das Land zusätzlich 396.000 Euro investiert.
  • In den Weihnachtsferien wurden sowohl die Kapazitäten des Videokonferenztools Big Blue Button als auch die Rechenleistung der Moodle-Server optimiert und ausgeweitet. Die Puffer-Rechenkapazität wurde um 50 Prozent vergrößert. Zudem hat BelWue die Sicherheit vor Hackerangriffen erhöht. Für diese Maßnahmen hat das Land nochmals 250.000 Euro ausgegeben.
  • Im Jahr 2020 hat das Land für Moodle, das integrierte Videokonferenztool Big Blue Button, das Videokonferenztool Jitsi, für entsprechende Fortbildungen und für die rechtsichere und pädagogisch geprüfte SESAM-Mediathek insgesamt rund 8,4 Millionen Euro investiert. Für das Jahr 2021 sind weitere 9,8 Millionen Euro, unter anderem für Verbesserungen und Weiterentwicklungen bei Moodle, eingeplant.